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Aktuelle Themen

 

Abschlussveranstaltung Projekthaus Systemintegration in Hanau

Mit einer Feier in Hanau-Wolfgang hat das achte Projekthaus der Creavis mit dem Namen „Systemintegration“ offiziell die dreijährige Laufzeit abgeschlossen.

Der Start der Abschlussfeier verzögerte sich ein wenig. Der Grund: die, so Evonik-Vorstandsmitglied Patrik Wohlhauser, „lange, gute und lebhafte Diskussion“ im vorangehenden Lenkungsausschuss des Projekthauses Systemintegration, das am 31. Dezember 2012 sein dreijährige Laufzeit beendet hat und nun bis Jahresmitte in der sogenannten Abfahrphase die Projekte und Mitarbeiter in die Geschäftsbereiche transferiert. So hatten die rund 100 Gäste die Gelegenheit, sich die im R-Saal von esscom 2 im Industriepark Wolfgang ausgestellten Ergebnisse des Projekthauses mit Prototypen und Mustern aus ersten Pilotproduktionen anzuschauen.

Wohlhauser verwies in seiner Ansprache darauf, dass Evonik in der Öffentlichkeit als innovatives und technologiegetriebenes Unternehmen mit einer hohen Innovationseffizienz wahrgenommen werde, stellte aber gleichzeitig die Frage: „Tun wir auch wirklich genug für Forschung und Entwicklung?“ Man könne sicher noch besser werden, gerade was die Innovationskultur und die Risikobereitschaft angehe; „daran müssen wir arbeiten.“ Wohlhauser ermunterte die Geschäftsbereiche, sich noch intensiver auf interdisziplinäre Formen der Zusammenarbeit wie die Projekthäuser einzulassen, auch wenn nicht alle einmal begonnenen Projekte erfolgreich sein könnten; das sei systemimmanent. Es sei letztlich die Mischung aus Zahlen, Kompetenz und Fehlerkultur, die erfolgreiche Forschung und Entwicklung auszeichne.

„Unglaublich, wie schnell drei Jahre vergehen können“, staunte Projekthaus-Leiter Dr. Michael Olbrich. Viel sei passiert seit den ersten Vorbereitungen im Sommer 2008, kurz vor Beginn der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Evonik habe damals trotzdem am Start des Projekthauses festgehalten. „Es ist schon eine ausgesprochen positive Rahmenbedingung, unter dem Schirm des Konzerns in der interdisziplinären Organisation eines Projekthauses Innovation betreiben zu können“, sagte Olbrich in Richtung Vorstandsmitglied Wohlhauser. Die Fähigkeiten zu Innovation, Kreativität, Netzwerkbildung und zur Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen sind nach Olbrich die vier wesentlichen Voraussetzungen, um in einem Projekthaus erfolgreich arbeiten zu können. Mit acht Mitarbeitern hatte Olbrich die Arbeit aufgenommen, am Ende arbeiteten 21 Teammitglieder an den Projekten, mit zusätzlicher Unterstützung aus Partnerunternehmen, Forschungseinrichtungen und den Geschäftsbereichen.

Das Ziel des Projekthauses „Systemintegration“ lautete, das jeweilige Produkt zusammen mit der benötigten Prozess- und Verarbeitungstechnik so zu entwickeln und aufeinander abzustimmen, dass der Kunde das System einfach und problemlos in seinen laufenden Produktionsprozess einbinden kann. Der Erfolg: sieben von neun Projekten werden derzeit in die Geschäftsgebiete transferiert; die beiden anderen werden in der sogenannten Projekthaus-Abfahrphase bis Jahresmitte weiterbearbeitet. Die Mitarbeiter fanden Lösungen zum Beispiel für Kunststoff-Verscheibungen im Automobil, für konzentrierende Solarthermie, für „Kleben auf Knopfdruck“ für automobile und industrielle Anwendungen und für die Herstellung von ultrafeinen Fasern für Filtrationsanwendungen. 

 

„CO2-Capture Plant“ in Betrieb genommen

Im Schornsteinfuß des STEAG Heizkraftwerkes in Herne ist eine rund neun Meter hohe Versuchsanlage zur Bewertung neuer Absorbentien (Waschmittel) aufgebaut worden. Mit Hilfe der Versuchsanlage sollen Absorbentien zur Abtrennung von CO2 aus Industrie- und Abgasen unter realen Bedingungen untersucht werden. Die Versuchsanlage ist Teil des Projektes „Effiziente CO2-Abtrennung“ (EffiCO2) des Science-to-Business Centers Eco² der Creavis.

Zusammen mit den Geschäftsbereichen von Evonik und mit Experten aus Industrie und Wissenschaft werden gemeinsam neue Absorbentien entwickelt. Mit Hilfe dieser soll der Energiebedarf bei der CO2-Abtrennung deutlich reduziert werden. In den kommenden Wochen wird die Versuchsanlage mit kommerziell verfügbaren Absorptionsmitteln getestet, um ein Referenzprozess für die neuen Absorbentien zu erhalten. Diese neuen Entwicklungen werden gemeinsam mit den Geschäftsbereichen produziert und in darauf folgenden Monaten in der Versuchsanlage untersucht.

Mit der Versuchsanlage ist es möglich, Absorbentien unter realen Bedingungen zu untersuchen. Hierzu kann ein Teil des Rauchgases aus dem Kraftwerk direkt dem Schornstein entnommen und mittels Onlineanalytik charakterisiert werden. Um einen Einblick in den Prozess zu erlangen, wurde die gesamte Anlage aus Glas gefertigt.

Bevor das CO2 aus dem Rauchgas abtrennt wird, werden störende Rauchgaskomponenten in einer Waschkolonne herausgewaschen. Daran angeschlossen ist die Absorptionskolonne. In dieser Kolonne wird das im Rauchgas enthaltene CO2 mit Hilfe der neuen Absorbentien herausgewaschen. In einer dritten Einheit wird das Absorptionsmittel regeneriert und reines CO2 gewonnen. Das so isolierte CO2 wird analysiert und zurück in den Schornstein geleitet. Das regenerierte Absorptionsmittel wird der Absorptionskolonne erneut zugeführt und ein kontinuierlicher Prozess ermöglicht.

CO2 ist ein Treibhausgas und wird hauptverantwortlich für den Klimawandel gemacht. Die CO2-Emissionen betrugen 2010 weltweit mehr als 33 Gigatonnen. Das ist ein Zuwachs von rund 30% im Vergleich zu 1990. Dabei produziert der Energiesektor das meiste CO2. Da weltweit der Energiebedarf steigt, wird auch in Zukunft der Energiesektor einen hohen Anteil an den CO2-Emissionen haben. Um den Energiebedarf zu decken und gleichzeitig den CO2 Ausstoß zu reduzieren, werden weltweit verschiedene CO2-Abtrennungs¬technologien entwickelt und untersucht.

 
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